Sobald die unternehmerische Entscheidung getroffen wurde, in Belgien oder Luxemburg ein Unternehmen zu gründen, sind vorab einige wichtige Fragen zu klären.

Soll bspw. eine Niederlassung eines bereits in Deutschland bestehenden Unternehmens gegründet werden? Welche Rechtsform soll gewählt werden? Etc..

Die belgischen und luxemburgischen Rechtsformen sind mit den deutschen Rechtsformen zwar vergleichbar, weisen aber gleichwohl einige Unterschiede auf.

Deutsche KMU entscheiden sich oftmals für die Rechtsform, die der Rechtsform der deutschen GmbH entspricht.

Im Rahmen der Gründung einer "GmbH" in Belgien bzw. in Luxemburg ist u. a. eine Satzungsurkunde (Gesellschaftsvertrag) zu erstellen. Die Satzung ist anschließend von einem Notar notariell zu beurkunden. Die Aktivierung der Umsatzsteuernummer in Belgien bzw. Luxemburg darf auch nicht vergessen werden.

Umsatzsteuer in Belgien und Luxemburg

Aber auch im Falle einer nur gelegentlichen und vorübergehenden Tätigkeit in Belgien oder Luxemburg (Bsp.: im Rahmen von Arbeiten als deutsche Firma in Belgien oder Luxemburg), ist die Thematik der Umsatzsteuer zu berücksichtigen.

Sofern Sie in Belgien bzw. Luxemburg umsatzsteuerpflichtig werden, ist eine umsatzsteuerliche Registrierung in Belgien bzw. Luxemburg erforderlich.

Grundstücksbezogene Leistungen sind grds. am Leistungsort steuerpflichtig. Bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen kann die Steuerschuldnerschaft jedoch auf den Leistungsempfänger übergehen (Reverse-Charge). Ob dies der Fall ist, ist jeweils separat für Belgien und Luxemburg zu prüfen.

Werden Sie als leistender Unternehmer in Belgien bzw. Luxemburg steuerpflichtig, so muss bei der Finanzbehörde in Belgien bzw. Luxemburg eine Steuernummer (Umsatzsteuer-Identifikationsnummer) beantragt werden. Anschließend ist im jeweiligen Land eine Umsatzsteuererklärung abzugeben und die Steuer abzuführen.

In Belgien können Sie von einem vereinfachten Verfahren profitieren, sofern Sie nur gelegentlich Leistungen in Belgien erbringen.